Lirabelle #5

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Editorial

Die neuen Montagsdemonstrationen haben uns dazu bewogen, einen mutigen Schritt zu tun. Wir müssen zugeben, dass es nicht die Federal Reserve sondern die Lirabelle ist, die hinter der gefälschten Mondlandung steckt. Man munkelt, der CIA habe 9|11 inszeniert. In Wirklichkeit haben wir das Geld für den Sprengstoff beim Lokalen Aktionsplan beantragt. Und HIV hat sich – auch das muss man endlich mal schreiben dürfen – aus den hygienischen Zuständen in der Mini-Bar unserer Redaktion entwickelt. Das wichtigste Geständnis, zu dem uns die mutige Intervention der neuen Bewegung gebracht hat, ist aber, dass die Presse lügt. Jedes einzelne Wort in der Lirabelle ist gelogen.

Deswegen gibt es auch diesmal keinen Kulturteil, keine wilden ideologiekritischen Pamphlete, keine Kritik der Montagsdemos und der AfD und wir haben auch nicht vor, in Zukunft in jeder Ausgabe eine Verschwörungstheorie vorzustellen. Und zur Lage in der Ukraine wollen wir schon gar nichts sagen.

Und wir wollen auch nicht, dass sich die Leser_innen an der Diskussion beteiligen. Wir wissen nämlich selbst ganz genau, wie die Welt funktioniert und schreiben das alles hier sowieso nur für uns. Jetzt wird es also Zeit, die Lirabelle aus der Hand zu legen und sich individuell der Passivität hinzugeben, denn:
Die Presse lügt!

Das Redaktionskollektiv der Lirabelle.

Inhalt

  • News
  • Leserbrief von Katz Olution vom 17.04.14
  • „Wir wollen in Ruhe und mit euch zusammen in Deutschland ein normales Leben führen.“*
    Wie ein normales Leben inmitten des Bestehenden überhaupt möglich sein kann oder aussieht, darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Stattdessen geht es darum aufmerksam zu machen, auf unsere Genoss*innen der Initiative Roma Thüringen.
    Die Autorin Lulu Roña sprach mit Aktivist*innen der Initiative Roma Thüringen und nahm an verschiedenen Aktionen teil. Sie bleibt damit in einer Stellvertretungsperspektive und außenstehend.
  • Karriere schaffen ohne Waffen
    Ox Y. Moron geht den antimilitaristischen Attitüden und antiemanzipatorischen Vorstellungen einiger Jungpolitiker der Linkspartei nach.
  • „Meine Meinung ist genauso falsch wie eure“
    Beim Erscheinen dieses Artikels sind die „neuen“ Montagdemos wahrscheinlich schon Geschichte, höchstens noch eine Randbemerkung im Kalender des Ordnungsamts. Georg Dorn wagt einen Blick zurück.
  • AfD – Alles Nazis oder was?
    Lisa und Frank schauen sich nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD deren Entstehungshintergründe, Personal und Positionen genauer an.
  • Innenansichten aus dem Rachen der Arbeitsbestie
    Kexer berichtet, wie es um den staatlichen Angriff auf Arbeitslose zehn Jahre nach der Einführung von Hartz IV bestellt ist.
  • Darstellung und Interpretation der Hausbesetzung am 06.12.2013 in der Neugasse 17 in Jena
    von Jens Störfried.
  • „Unsere Solidarität, die könnt ihr haben!”
    Die Josef-Soligruppe aus Jena resümiert die bisherige Entwicklung, um anschließend zentrale Aspekte unserer Solidaritäts- und Antirepressionsarbeit zu hinterfragen.
  • Blutige Geopolitik in Osteuropa
    Ein Thema, das Medien und viele Menschen in den letzten Wochen bewegte, ist der Ukrainekonflikt. Das Töten geht auch nach der Präsidentenwahl weiter. Weshalb die Ukraine solch ein Zankapfel ist, analysiert Volker Henriette Swesda.
  • „DAS PUNK DAS AUS DEM SUMPF KAM“
    Lirabelle trifft Punxboottour: Alles, was Punks wissen müssen, wenn sie auf der PBT dabei sein wollen und es heißt „Erfurt entern!“
  • Plattenkritiken
    Polyvinylchlorid stellt in dieser Ausgabe der Lirabelle drei Platten vor. Eine kurze Selbsteschreibung des Autos Polyvinylchlorid: Aufgrund der politisch-unangepassten und antifaschistischen Meinung der Jugendsubkultur namens „Punk“, wird es hauptsächlich Musikbesprechungen aus diesem Umfeld geben. Als nicht abgeneigter Gesinnungsbruder dieser hallodrigen Zunft, kann ich voller Stolz behaupten, bereits einen 3×2 Meter großen antifaschistischen Schutzwall aus Schallplatten vorweisen zu können (Tendenz wachsend).
  • Im Keller der Ohnmacht
    Was manche Punksongs ihm zu sagen haben, versucht Simon Rubaschow auf den Grund zu gehen.
  • Mit „Freier Energie“ zum Mond und zurück
    „Freie Energie“ wurde 2013 im anarchistischen Heftchen „Zündstoff“ aus Gotha vorgestellt und wird dieser Tage auf Montagsdemos und im Internet beworben. Die Anhänger der „Freien Energie“ wollen eine Maschine bauen, die mehr Energie abgibt, als sie aufnimmt – ein Perpetuum Mobile. Als wäre das nicht schon phantastisch genug, versprechen sie dazu, dass diese Maschine leicht zu bauen und umweltfreundlich zu betreiben sei. Martin Weise über ein pseudowissenschaftliches Konzept und eine missionarische Szene.
  • Die Aluhut-Chroniken I
    Nachdem sich jüngst auch wieder in Thüringen Verschwörungstheorien steigender Popularität erfreuen, präsentieren wir euch in der Lirabelle nun eine neue Rubrik: die Aluhut-Chroniken. Hier wollen wir euch alle drei Monate einen neuen Versuch vorstellen, wie Verschwörungstheoretiker die Welt erklären. Diese Woche wenden wir uns den Reptiloiden zu.

Lirabelle #4

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Wie eh und je?

Die erste Lirabelle in 2014 ist da – altbekannte Themen werden neu diskutiert, allseits beliebte Feindbilder genauer fokussiert und Liebgewonnenes kritisiert. Um was es sich dabei jeweils handelt, ist wohl variabel.

Zum Thema der anstehenden Wahlen in Thüringen sowie auf europäischer Ebene wird über libertäre Kritik des Parlamentarismus diskutiert. Im Gespräch zu Polizeiwillkür und den dahinter wirkenden Strukturen, berichtet Steffen Dittes u.a. vom Prozess gegen Lothar König und warum es so schwer ist, rechtlich gegen Polizeigewalt vorzugehen. Außerdem geht die Theorie-Praxis-Debatte in eine neue Runde. Simon Rubaschow erkundet das Verhältnis von Wut, Angst und Traurigkeit als Antrieb sowie Grenze des radikalen Denkens und revolutionärer Praxis. Kann ein Stück revolutionärer Praxis vielleicht auch in unserem Umgang mit Sprache stecken? Lulu Roña hinterfragt die Verwobenheit von Macht und Sprache und zeigt die daraus resultierende, gesellschaftlich sich niederschlagende Wirkmächtigkeit in Selbstbezeichnungen und abgrenzenden Zuschreibungen auf. Der von uns erkorene „lustige Rausschmeißer“ beschäftigt sich mit der Frage, warum so viele Linke sich vom staubigen, öffentlich rechtlichen TV-Format „Tatort“ immer noch angezogen fühlen. Entsagung, Ignoranz oder doch der gemütliche Sonntagabend auf der Couch wie die eigenen Eltern und Großeltern?

Und nun zum neuen „Streetart“-Gimmick in der Mitte des Heftes. Als Start in die Reihe haben wir das Tag „riot“ gewählt, da es überall in Erfurt zu finden, aber immer anders ist. Außerdem empfinden wir es als herausfordernde und auch wütende Antwort auf den oft tristen und bedrückenden Alltag in „Kackstadt“ Erfurt. Damit ist eine neue Rubrik eingeleitet, die auf euer Mitwirken setzt. Sendet Fotos von Streetart Kram mit lokalem Wiedererkennungswert ein und gestaltet damit die nächste Lirabelle. Gern könnt ihr eure Auswahl auch kommentieren oder einen kleinen Text beigeben. Wir freuen uns darauf – aber natürlich auch über andere Beiträge, ob in Text- oder sonstiger Form.

Hochachtungsvoll,
Das Redaktionskollektiv der Lirabelle

Inhalt

  • News
  • Das Kreuz mit dem Kreuz
    • 2014 stehen Kommunal- und Landtagswahlen in Thüringen sowie die Wahl eines neuen europäischen Parlaments an. Alle Parteien buhlen um Wählerstimmen, Nazis machen Infostände, Politiker zeigen Gesicht, die Interventionistische Linke reicht der Partei die Hand und die Kampagne „Deine Stimme gegen Nazis“ erklärt den Gang zur Urne gar zur antifaschistischen Bürgerpflicht. Skeptische Stimmen gegenüber parlamentarischer Demokratie sind marginal. Karl Meyerbeer sprach mit Apfel, Birne und Chinakohl über Wahlen – die Namen wurden von der Redaktion geändert.
  • Warum Alice und Bob am Schluss doch wieder Klarnamen haben
    • Alice und Bob kritisieren das Sicherheitsbewusstsein der Facebook-Linken.
  • „Die sind einfach nicht dazu in der Lage, auf eine entspannte Situation entspannt zu reagieren“
    • Steffen Dittes von der Partei „Die Linke“ im Gespräch mit Karl Meyerbeer über Polizeiwillkür und den Zustand des Rechtsstaats.
  • Moralische Überlegenheit am Abgrund – Die Thüringer Zivilgesellschaft im Kampf für Heimat und Gewissen
    • Die Antifa ist so überflüssig und deswegen so gefragt wie nie. Die Zivilgesellschaft, allen voran die Thüringer Bürgerbündnisse gegen Rechts, die sich vorwiegend aus den sozialdemokratischen Parteien und Organisationen rekrutierten, und der Filz aus dessen Umfeld, haben das Hauptkampffeld der Antifa übernommen. Selbst in Käffern wie Kirchheim und Ballstädt, die die örtlichen Gutmenschen1 längst in Wehrdörfer verwandelt haben, braucht es die Antifa nicht mehr um Protest gegen Nazis zu organisieren. Die Schlussfolgerung, die Bürger hätten endlich verstanden und machen jetzt selber, ist naiv. Die Proteste gegen Naziaufmärsche und -zentren sind unter der Regie der Parteikader zu Werbeveranstaltungen für die Gesellschaft verkommen, die die Nazis hervorbringt. Antifaschistische Kritik ist nur noch im Widerspruch gegen diese Farce zu haben. Von Fabian & Ox Y. Moron.
  • Es ist zu spät, um nach Damaskus zu segeln
    • Simon Rubaschow spürt der Bedeutung von Wut, Angst und Traurigkeit für radikales Denken und revolutionäre Praxis nach. Der Autor ist Mitglied im Club Communism.
  • Über den Kampf der Arbeiter*innen der Viomichaniki Metalleftiki (VioMe)
    • Über Arbeitskampf und selbstverwaltete Produktion in Griechenland berichtet Franzie.
  • Thesen zum Stützpunkt
    • Der folgende Beitrag soll eine Reflexion über politische Praxis der radikalen Linken und ihrer Strukturen anstoßen.1 Diese thesenhaften Überlegungen bilden einen ersten Versuch Gedanken zum Thema „Stützpunkt“ auszuformulieren, die auf eine ausstehende Bestimmung des Begriffs zielen. Dabei geht es vor allem um die Auseinandersetzung und Abgrenzung zu Freiraumkonzepten, für ein besseres Verständnis der Möglichkeit und Unmöglichkeit politischer Praxis in den gegenwärtigen Verhältnissen. Von Charlie Pepper. Der Autor ist Mitglied des Club Communism.
  • Sprache und Macht
    • Lulu Roña schreibt über den Zusammenhang von sprachlichem Ausdruck und Machtverhältnissen.
  • Wohnungslose und sozial benachteiligte Menschen als Betroffene rechter Gewalt
    • Jürgen Wollmann von der mobilen Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen (EZRA) schreibt über Gewalt gegen Menschen, die den gesellschaftlichen Verhältnissen nahezu schutzlos gegenüberstehen.
  • Halb-düster-deutsche Sozialkritik
    • Investigativ untersucht K. die Rezeption der ARD-Krimiserie „Tatort“ innerhalb der linken Szene.

Lirabelle #3

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Fröhliches Scheitern

Runde drei. Ihr haltet hier nun letzte Ausgabe der Lirabelle für dieses Jahr in den Händen. Kuschelig-warm wäre an dieser Stelle ein Resümee über die politisch-organisatorischen Leistungen des vergangenen Jahres, die Mühen der Redaktion und die Lorbeeren verdienten Ruhmes. Doch statt über lebhafte Debatten und erfreuliches Interesse zu schreiben, wollen wir in den Tagen besinnungsloser Besinnlichkeit – auch Weihnachten genannt – ins Gedächtnis rufen, dass auch dieses Projekt Produkt eines Scheiterns ist, dass es seiner nicht bedürfte, wären die Verhältnisse nicht so beschissen wie sie sind, wären an ihnen nicht Generationen von Kämpfenden gescheitert.

Dass die Verhältnisse wirklich so schlimm sind, wie wir unentwegt behaupten, zeigen nicht zuletzt die Entwicklungen der letzten Monate. Nicht anders denn als Zeichen der Verrohung, der Barbarisierung sind Entwicklungen wie in Greiz oder Schneeberg zu begreifen, wo rechte Bürgerinitiativen zusammen mit Nazis gegen die Heime von Geflüchteten mobil machen – Verrohung und Barbarisierung also in einer Gesellschaft, in der Brötchen nicht gebacken werden, weil jemand Hunger hat, sondern weil man sie verkaufen kann.

Im Zeichen des Scheiterns stehen nicht wenige Texte dieser und vergangener Ausgaben. Es geht also nachfolgend etwa um das Scheitern einer Hausbesetzung und der daran Beteiligten, um das Scheitern eines Rappers, in unmenschlichen Verhältnissen ein widerständiges Selbst zu behaupten und um das Scheitern von im weiteren Sinne antifaschistischen Engagements. Ob die Theorie-Praxis-Debatte gescheitert ist, könnt Ihr anhand der dazu vorliegenden Texte selbst entscheiden.

Wie immer freuen wir uns auf Reaktionen und Zuschriften, ebenso über eingesandte Schokolade gegen die herbst- und verhältnisbedingten Depressionen. Die nächste Ausgabe soll im März 2014 erscheinen.

Viel Spaß beim Lesen und fröhliches Scheitern wünscht,
eure Lirabelle-Redaktion.

Inhalt

Lirabelle #2

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Editorial

Die Lirabelle geht in die zweite Runde! Wir, das Redaktionskollektiv, freuen uns über die Bereitschaft der Leser*innen mit uns und den jeweiligen Autor*innen der Beiträge ins Gespräch zu kommen und bedanken uns für eingegangenes Lob als auch Kritik. Daran anschließend müssen wir feststellen, dass auch diese Ausgabe wieder geprägt ist von recht vorraussetzungsvollen Texten, was ein Stückweit unserem Anspruch widerspricht, viele Menschen zu erreichen und nicht von vornherein durch Sprache auszuschließen. Für uns tut sich an dieser Stelle ein Problem auf, denn völlig zurecht bestehen Autor*innen darauf, dass viele komplexe Zusammenhänge nur sehr schwer einfach darzustellen sind. Wir werden weiter daran arbeiten, die Verständlichkeit der veröffentlichten Texte zu verbessern.

Aber nun zur neuen Ausgabe: Die vormals begonnene Debatte um das Verhältnis von Theorie und Praxis wird in dieser Ausgabe fortgeführt: Ox Y. Moron antwortet in gewohnt polemisch zugespitzter Art auf Peter Gispert – während Simon Rubaschow zum ersten Mal in die Debatte eingreift und sich gegenüber Gispert, Meyerbeer und Lukas positioniert. Die Antifa Arnstadt-Ilmenau schlägt eine ähnliche Richtung ein und setzt zur Verteidigung gegen die Einwände der genannten an. Die Debatte streifend hat uns ein Artikel erreicht, der mit eigener Perspektive auf linke Politik im Generellen blickt: Martin erklärt die Gefahr des Münchhausen-Kunststücks, dem sich die radikale Linke seiner Meinung nach gegenüber sieht und mahnt diese zur Bewegung.

Mit der Frage „Wer war Werner Uhlworm?“ wird im gleichnamigen Beitrag an Arbeiter und Antifaschisten erinnert, die Anfang der 1930er Jahre durch Nationalsozialisten in Erfurt ermordet wurden. Der Beitrag der Projektgruppe Erfurt im NS beim DGB-Bildungswerk Thüringen führt uns mit diesem Stück Bewegungsgeschichte in das ehemalige „Blechbüchsenviertel“ und problematisiert das Thema „Erinnern und Vergessen“ im lokalen Kontext. Im Interview berichtet die Soli-Gruppe „Weimar im April“ von ihrer Arbeit mit Betroffenen von Polizeigewalt in Weimar und von aktuellen Verfahren in diesem Zusammenhang.

Und wie wird es weitergehen? Wir vermissen schmerzlich kulturelle und künstlerische Beiträge (Konzertberichte, Collagen etc.). Neben Musik und Konzerten interessiert ihr euch vielleicht für Literatur? Wie wäre es mit einer Rezension oder einer exklusiven Kurzgeschichte, der wir ein Zuhause in der Lirabelle Nr. 3 bieten könnten? Wir freuen uns auf eure Einsendungen und begrüßen herzlich alle neuen Autor*innen dieser Ausgabe!

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Lirabelle #1

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Editorial

Was zum Teufel ist eine Lirabelle? Eine radikale Libelle, eine linke Mirabelle oder eine militant-rabulistische Schöne? Wir wissen es auch nicht. Unsere Lirabelle ist ein linkes Zeitungsprojek, das sich thematisch mit Fragen beschäftigt, die zumeist einen regionalen Bezug aufweisen, inhaltlich aber durchaus auf ‘s Ganze gehen sollen. Das Projekt ist von und für Menschen gedacht, die sich für praktische Gesellschaftskritik bzw. gesellschaftskritische Praxis interessieren – in der gebotenen Breite und Vielfalt.

Zum Thema… Wer braucht schon ein Thema? Wir jedenfalls nicht. Deswegen besteht die erste Ausgabe aus einer bunten Mischung von Beiträgen, die von Menschen aus der Redaktion und Leuten und Gruppen kommen, die auf verschlungenen Pfaden vor der ersten Ausgabe erfahren haben, dass es dieses Projekt gibt. Ein kleiner Schwerpunkt ist dabei der Streit um die unterschiedlichen Positionen zu Staat und Politik, die schon in der „Vielfalt“-Broschüre begonnen hat, wobei man die meisten Beiträge als Kritik der Kritik, die dort geleistet wurde, bezeichnen kann. Eine konstruktive Darlegung davon, wie Staat funktioniert und (Anti-)politik im emanzipatorischen Sinne möglich ist, konnten wir trotz einiger Anfragen an befreundete Autor*innen nicht einholen, was vielleicht daran liegt, dass die Frage einfach ungeklärt ist. Oder? Vielleicht kommt ja noch was …

So, wie wir uns die Welt vorstellen, ist sie nicht durch Theorie alleine zu begreifen und schon gar nicht zu ändern. Deswegen interessieren uns auch subjektive Einschätzungen und unkonventionelle Herangehensweisen. Und natürlich Punkrock, wobei wir eingestehen müssen, dass der in der Redaktion nicht so wahnsinnig stark vertreten ist. Über diesbezügliche Zuschriften – Konzertberichte, Plattenkritiken, Fotos, Collagen, Essays, Geschichten – würden wir uns sehr freuen. Denn wir wollen den Kreis der Themen und Autor*innen durchaus erweitern. eure Schönen aus der Redaktion

PS: Erfahrungsgemäß denken immer wieder Leute, dass sie nicht schreiben können oder nichts zu sagen haben. Um die Wortlosigkeit zu überwinden, planen wir für den Herbst einen Schreibworkshop. Wenn das konkret wird, erfahrt Ihr auf unserer Homepage davon: http://lirabelle.blogsport.eu

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