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November 2017, Erfurt: Neonazigewalt am Herrenberg offengelegt
Ein Schulsozialarbeiter thematisiert Gewalt und Übergriffe von Neonazis an der Gemeinschaftsschule am Großen Herrenberg, in dessen Stadtteil der Volksgemeinschaft e.V. rechte Jugendarbeit organisiert. Dies führt zu mehrfachen Kündigungen durch den Arbeitgeber Perspektiv e.V. Vor dem Arbeitsgericht kann durch Unterstützung der FAU Jena eine „gütliche Einigung“ erlangt werden, der politische Konflikt bleibt: Wer schützt die (potentiellen) Opfer der neonazistischen, rassistischen Gewalt an der Schule und im Stadtteil? Es gründet sich eine FAU-nahe Sozialarbeiter*innen-Vernetzung.

3./4.11.17, Saalfeld: 27. Antirassistischer und Antifaschistischer Ratschlag
Unter weniger Beteiligung als sonst findet der Ratschlag statt, dennoch wird sich vernetzt und ausgetauscht – ein besonderer Fokus liegt darauf Strategien gegen die AfD zu entwickeln. Der 28. Ratschlag wird am 2. und 3. November in Eisenach stattfinden.

19.11.17, Schmalkalden: Kritik am Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge (VdK)
Gegen die jährlich in unterschiedlichen Städten zum Volkstrauertag stattfindende Gedenkveranstaltung des VdK formiert sich ein marginaler antifaschistischer Protest. Am Eingang des Hauptfriedhofes will man die Ankommenden mit Transparent, Megafon und Flyern zumindest damit konfrontieren, dass ein Gedenken an die deutschen Täter nicht ohne Widerspruch stattfindet. Neben dem ein Grußwort verlesenden Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow finden sich unter den Teilnehmenden ist auch Corinna Herold von der AfD und unzählige andere (Alt-)Nazis.

20.11.17, Jena: FAU-Lokal „Milly Witkop“ eröffnet
Mit einer Festwoche eröffnet die FAU Jena ihr Gewerkschaftslokal und hat damit einen neuen linken Ort geschaffen. Es finden daraufhin regelmäßig eine Vielzahl an Veranstaltungen statt, u.a. Kneipenabend, Sprechstunde, Diskussionen, Wandergruppe. Die FAU Jena startet durch, die Bildungssektion gibt seit März 2018 auch die Betriebszeitung „Uni von Unten“ an der Uni Jena heraus.

27.12.17, Sonneberg: Bullenwagen klauen und die Innenstadt demolieren
Laut Eigenaussage will die Polizei eine Gruppe randalierender Jugendlicher beschwichtigen und ihre Personalien feststellen. Eine*r der Jugendlichen bemächtigt sich dabei des Streifenwagens der Beamten und fährt damit wenige hundert Meter durch die Stadt, bevor er mit dem Auto gegen ein Verkehrsschild und einen Baum fährt. Der Fahrer ist leicht verletzt, das Polizeiauto hat Totalschaden.

7.1.18, Dessau: Gedenken an Oury Jalloh
Dem vor 13 Jahren ermordeten Oury Jalloh gedenken 4000 Menschen auf einer kraftvollen Demonstration durch die Stadt – auch aus Thüringen reisen Aktivist*innen an. Ende Januar gründet sich die „Internationale Unabhängige Kommission zur Aufklärung der Wahrheit über den Tod des Oury Jalloh“, welche eine zivilgesellschaftliche Kontrolle polizeilichen Handelns für dringend erforderlich erachtet und den Fall Jalloh nicht als Einzelfall sieht.

18.1.18, Erfurt: Proteste gegen Neuerung des Thüringer Hochschulgesetzes
„Für eine progressive Bildungspolitik“ steht auf dem Transpi hinter dem sich Studierende mehrerer Hochschulen laut und trillerpfeifend auf dem Weg zum Landtag machen, um gegen Anwesenheitspflicht, amtsärztliche Atteste und Langzeitstudiengebühren zu demonstrieren.

20.1.18, Erfurt: ‚S*heroes takeover‘ in der Korte
Zur Party-Reihe werden ausschließlich Frauen*, Inter*, Trans* eingeladen, ihre vielfältige Musik zu machen. Eine Tanzfläche für alle soll entstehen im Ideal ohne Geschlechterstereotype, ohne Übergriffe, ohne Sexismus und für ein „offenes und respektvolles Miteinander“.

28.1.18, Erfurt: 450 gegen AfD-Kundgebung
Nach zahlreichen vorangegangenen Protesten gegen den Moscheebau mobilisiert die AfD am 28. Januar zum Domplatz. Doch es gibt kräftigen Gegenprotest von 450 Menschen!

3.2.18, Weimar: Protest gegen Neonazi-Trauermarsch
Zum alljährlichen „Trauermarsch“ in Marschformation und diesmal mit Fackeln ziehen 70 Faschos durch die Weimarer Innenstadt. Bei den Protesten dagegen sind etwa 500 Menschen auf der Strasse. Es bleibt bei einigen Blockadeversuchen.

10.2.18, Jena: Demo für Wagenplatz RadAue
Mit kreativem Protest – eine Badewanne auf Rädern, Feuertonnen, Minibauwägen – wird für den Erhalt des Wagenplatzes demonstriert. Die parallel gesammelten Unterschriften für einen Einwohner*innenantrag tragen zur Entscheidung des Stadtrates bei: Bis Oktober 2018 wird eine Duldung ausgesprochen. Und dann?

17.2.18, Nordhausen: Gegen den Aufmarsch des III. Weges
Unter dem Motto „Ein Licht für Dresden“ ruft der Dritte Weg gemeinsam mit der Volksbewegung Nordthüringen zu einem Fackelmarsch auf. 200 Neonazis folgen dem Aufruf. Ihnen gegenüber stehen mehr als 300 Antifaschist*innen, denen es mehrfach gelingt die Route zu blockieren. Mit Hilfe der Polizei wird der Aufmarsch durchgesetzt.

Februar/März 2018, Thüringen: Frauen*kampftag mit Veranstaltungen, Demo, Kongress
Es finden zahlreiche Veranstaltungen inklusive Kongress, Party und Demo in vielen Städten in Thüringen statt: Jena, Weimar, Erfurt, Greiz, Mühlhausen, Gotha und Gera. Angeführt von einem kämpferischen FIT*-Block gehen 500 Menschen anlässlich Frauenkampftags in Erfurt mit guter Stimmung unterstützt von pushender Musik auf die Straße. Redebeiträge von den verschiedenen Organisator*innen des Vorbereitungsbündnis thematisieren die verschiedenen Dimensionen von Sexismus und Frauen*unterdrückung. Ein Grußwort von Kristina Hänel prangert die Kriminalisierung von Abtreibung und das fehlende Informationsrecht an.

24.3.18, Erfurt: Demonstration für Frieden in Afrin
Aus Protest gegen den Angriffskrieg der türkischen Armee und islamistischen Milizen auf die Stadt Afrin in Nordsyrien, demonstrieren zahlreiche Kurd*innen in Erfurt.

Ende März 2018, Thüringen: Ratschlag „Solidarität statt Spaltung!“
Nachdem der Ratschlag von der Vorschlagsliste für eine bundesweite Auszeichnung des Bündnisses für Demokratie und Toleranz gestrichen wird, weil das Innenministerium unter Horst Seehofer die Teilnahme der Roten Hilfe kritisiert, positioniert sich die Vorbereitungsgruppe des 28. Ratschlags eindeutig gegen eine Spaltung und für das gemeinsame Eintreten eines aktiven Antifaschismus gegen Rechtsruck und Rassismus.

März/April 2017, Suhl: Neue Gefahreneinschätzung
In der Nacht zum 13.4. brennen zwei Dienstwagen des Landesbauamtes im Innenhof des Amtsgerichts Suhl. Im Laufe des Tages geht eine Bombendrohung von einem Reichsbürger ein, die in Zusammenhang stehen soll mit einer vorangegangenen Zwangsversteigerung. In Suhl sieht man sich allerdings stärker bedroht von der lokalen Trinkerszene und der Präsenz von Flüchtlingen im Stadtbild. Stärkere Polizeipräsenz und Videoüberwachung in der Innenstadt soll dem Abhilfe schaffen und den Suhler*innen ihr abhanden gekommenes Sicherheitsgefühl zurück geben.

7.4.18, Erfurt: 1. Thüringer Mietparade
Unter dem Motto „Keine Profite mit unserer Miete“ bringt das Bündnis „Erfurt für ALLE!“ etwa 500 Menschen auf die Straße mit der Unterstützung von 18 verschiedenen Gruppen wie Thüringer Hausprojekten, K.i.K. e.V., KTS, Stura der Uni Erfurt oder Pekari. Demonstriert wird gegen steigende Mieten, mehr Beteiligung der Einwohner*innen an der Stadtentwicklung und freie Kulturräume.

15.4.18, Weimar: 73. Jahrestag der Selbstbefreiung des KZ Buchenwald/ Mittelbau-Dora
Etwa 850 Menschen gedenken der (Selbst-)Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald zur Kundgebung des Internationale Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos sowie der Stiftung Gedenkstätten Buchwald-Dora. Die Überlebenden Zhava Stessel (USA) und Gilberto Salmoni (I) berichteten und Dominique Durand (F) mahnte vor den Gefahren des Rechtspopulismus in Europa. Eine Radsportgruppe von „Roter Stern Leipzig“ nahm nach einer Tour von Leipzig aus ebenfalls teil. Zuvor fand das IX. Treffen der Nachkommen auf Einladung der LAG Buchenwald-Dora statt.

15./29.4.18, Thüringen: AfD in kommunalen Parlamenten verfestigt
In zahlreichen Gemeinden, kreisfreien Städten und Landkreisen finden Wahlen statt. Die AfD erzielt beachtliche Erfolge mit ihren Kandidaten: Erfurt 14,4%, Gotha 18%, Weimarer Land 19,1%, Altenburger Land 26,1% Sonneberg 29,8%, in Gera geht es mit 21,3% in die (verlorene) Stichwahl, im Landkreis Ilmenau erhält der Landratskandidat 25%. In Hildburghausen erhält Tommy Frenck 16,6% für offen zur Schau gestellte nationalsozialistisches Gedankengut.

25.4.18, Eisenach: IG Metaller zeigen klare Kante gegen Höcke
Im Rahmen der Proteste gegen die Sparpläne der Opel-Geschäftsführung für den Standort Eisenach wurde AfD-Vorsitzender Björn Höcke von der Gewerkschaftskundgebung vor dem Werktor gedrängt, seine Teilnahme ist unerwünscht. Unter den 1400 Teilnehmenden findet die Solidarität der AfD und ALARM für ihren Arbeitskampf keine Zustimmung, auch der Betriebsrat des Eisenacher Opelwerks macht dies deutlich.

1.5.18, Erfurt: ‚work together‘ gegen NPD?
Etwa 700 Nazis mobilisieren NPD, Die Rechte und Autonome Nationalisten nach Erfurt, während zeitgleich in Chemnitz der Dritte Weg marschiert. Etwa 1500 Menschen sind auf den gewerkschaftlichen und antifaschistischen Versammlungen unterwegs: Proteste gegen die Nazis sind durch die Bündnisse „Auf die Plätze“ und „work together!“ organisiert, sabotiert oder effektiv blockiert werden, kann der Naziaufmarsch nicht. Die Thüringer Polizei hält zwei Wasserwerfer und ein Räumfahrzeug umsonst bereit.

5.5.18, Erfurt: Stattschloss-, veto-, radical print-Geburstag
Drei Anlässe sind genug für ein buntes Fest im Erfurter Norden, zu dem ab nachmittags Freund*innen und Familie zu Besuch kommen. Für die Kleinen (und „klein“ gebliebenen) gibt es eine amüsante Clown-Show, die Umsonstladen-Modenschau gewährt Einblicke in den Fundus, Führungen durchs Haus ziehen Neugierige an. Nach Kaffee und Kuchen wird es feucht-fröhlich am Abend mit Bands und DJs. Gesammelt werden Spenden für die Reparatur des Daches und damit das Weiterbestehen der Projekte. Herzlichen Glückwunsch & weiter so!

8.5.18, Erfurt: „Reproduktive Rechte sind Menschenrechte!“
Eine Kundgebung vor dem Einlass zum 121. Ärztekongress (auch Ärztinnen sind da) in Erfurt fordert das Recht auf Selbstbestimmung für Frauen und Ärzt*innen, die dies praktisch unterstützen, ein. Die Kongressteilnehmenden werden u.a. aufgefordert, sich für die Streichung der Abtreibungsparagraphen sowie die Erweiterung der medizinischen Ausbildung um Verfahren und Methoden des Schwangerschaftsabbruchs einzusetzen. Die Einflussnahme von rechten, konservativen und fundamentalistischen Positionen wird kritisiert, der Protest richtet sich auch gegen den anwesenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

2.6.18, Erfurt: 10 Jahre Infoladen Sabotnik – es wird gefeiert
Obwohl die recherchierte Geschichte des Erfurter Infoladens bis 1990/1991 reicht, wird heute der erste runde Geburtstag nach der Neugründung 2008 gefeiert. Am Nachmittag kommen Leute zum Stand anlässlich des Magdeburger Allee-Festes vorbei, am Abend ist eine Veranstaltung zur knapp 30- jährigen linken Bewegungsgeschichte Erfurts. Wie kommt es 1990 zur Gründung im Bananenkeller und was bedeutet Sabotnik? Die Mischung aus Subbotnik (Arbeitseinsatz) und Sabotage zieht vom Corax in die Moritzstraße, ins B-Haus, es folgen Mietobjekte, bis das veto einen stabilen, räumlichen Rahmen gibt. Zum Geburtstag wird angestoßen, gefeiert und in die Zukunft geblickt.

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